Hintergrund

Was sind Entscheidungshilfen?

Im Laufe des Lebens stehen immer wieder gesundheitliche Entscheidungen an – oft mit mehreren möglichen Entscheidungswegen.

Beispiele für solche Entscheidungen:

  • Soll ich an einem Früherkennungsprogramm teilnehmen?
  • Welche Behandlungsmöglichkeit ist für mich und meine Erkrankung am besten geeignet?


Entscheidungshilfen sind Informationsangebote, die Menschen bei wichtigen Fragen zu ihrer Gesundheitsversorgung unterstützen.

Sie stellen (laien)verständlich die Vor- und Nachteile verschiedener Behandlungs- oder Versorgungsmöglichkeiten dar.

Sie helfen, persönliche Werte und Präferenzen zu klären.

Sie fördern so die gemeinsame Entscheidungsfindung (Shared Decision Making, SDM) zwischen Arzt oder Ärztin, Gesundheitsfachkräften und Ihnen als Patient/Patientin oder als Angehörige.

Wie unterscheiden sich Entscheidungshilfen von Gesundheitsinformationen?

Gesundheitsinformationen erklären allgemein Krankheiten, Behandlungsmöglichkeiten und den Umgang damit. Sie liefern vor allem Hintergrundwissen und sind nicht an einen konkreten Entscheidungspunkt gebunden.

Entscheidungshilfen gehen darüber hinaus: Sie benennen eine konkrete zu treffende Entscheidung und liefern detaillierte, wissenschaftlich fundierte Informationen zu allen verfügbaren Optionen. Dabei unterstützen Sie sie darin, persönliche Prioritäten und Umstände einzubeziehen, um schließlich zu der für Sie besten Entscheidungen zu kommen.

Beide Formate haben ihren Platz. Oft ist es sinnvoll, sie in Kombination zu nutzen. Manchmal überschneiden sich die Inhalte und die Grenzen zwischen Gesundheitsinformation und Entscheidungshilfe verschwimmen.

Kein Ersatz für das Arztgespräch

Weder Gesundheitsinformationen noch Entscheidungshilfen können das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder anderen Gesundheitsfachkräften ersetzen.
Welche und ob eine Behandlungsoption für Sie infrage kommt, sollte immer individuell besprochen werden.

Welche Angebote gibt es noch?

International gibt es viele weitere Anbieter von Entscheidungshilfen in verschiedenen Sprachen, z. B. das A to Z Inventory - Patient Decision Aids - Ottawa Hospital Research Institute (englisch).

Verlässliche Gesundheitsinformationen in deutscher Sprache finden Sie z. B. über das Deutsche Netzwerk Gesundheitskompetenz (DNGK).

Entscheidungshilfen und Shared Decision Making

Shared Decision Making (kurz: SDM, deutsch: gemeinsames Entscheiden) bedeutet, dass Sie als Betroffene zusammen mit dem Behandlungsteam gemeinsam eine Entscheidung treffen – unter Berücksichtigung von fundiertem medizinischem Wissen und persönlichen Werten. Entscheidungshilfen dienen als Unterstützungsinstrument für SDM. Sie können dabei vor, während oder nach dem Gespräch dem Behandlungsteam eingesetzt werden. Also zum Beispiel von Ihnen allein als Vorbereitung oder gemeinsam mit dem Behandlungsteam während des Gesprächs.

Nutzen von Entscheidungshilfen

Studien zeigen, dass Entscheidungshilfen

  • Wissen und Risikobewusstsein verbessern,
  • die Behandlung stärker an individuellen Werten und Lebensumständen ausrichten,
  • und Menschen befähigen, eine aktivere Rolle bei Entscheidungen zu übernehmen.

Quellen:

Deutsches Netzwerk Gesundheitskompetenz. Verlässliches Gesundheitswesen. https://dngk.de/verlaessliches-gesundheitswissen/

The Ottawa Hospital Research Institute. A to Z Inventory of Patient Decision Aids. https://decisionaid.ohri.ca/AZinvent.php

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